Subira (Synonym: Haberbirne)

Die Subira wird in keiner alten Sortenliste Vorarlbergs erwähnt. Auch die Listen in der Chronik des ältesten Vorarlberger Obstbauvereines in Dornbirn (gegr. 1889), wo über Jahrzehnte auch Baumschulen betrieben wurden, ergibt keinen Hinweis auf diese heute so wertvolle Birne. Ihre Herkunft ist nach heutigem Wissensstand nicht bekannt.

 

Zur neueren Geschichte gibt es Aussagen von lebenden Zeitzeugen, die ein grobes Bild der jüngeren Geschichte ergeben: Die ältesten Orginalbäume dürften Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Belebung des Obstbaues auch in Vorarlberg gepflanzt worden sein. Die Sorte wurde sehr wohl von Baumschulen verkauft. Ein Kollege berichtete aus Wolfurt, dass dessen Großmutter noch einen Verkaufsbeleg mit dem Namen Haberbirne besaß. Die meisten dieser alten Bäume sind über die letzten Jahrzehnte abgestorben. Andere Quellen sprechen von Altbäumen, die bereits vor 200 Jahren gesetzt worden seien (Armin Schertler in Wolfurt Information Jg. 22, 1991, Nr. 140, S. 51 – 52).

Über viele Jahrzehnte führte die Subira ein Schattendasein unter den Obstsorten. Es ist anzunehmen, dass in früheren Mangelzeiten bei der Verwertung mehr das Frischobst, das Dörren oder der Most im Vordergrund standen. Für diese Zwecke war die Subira nur teilweise brauchbar, und vielleicht kommt daher ihr eigentlich verächtlicher Name. Das Brennen stellte früher eine Überschussverwertung dar, und die Menge war wichtiger als das besondere Aroma eines Edelbrandes.

Nach dem zweiten Weltkrieg war die Mosterei und Brennerei Armin Schertler in Wolfurt der Vorreiter bei der reinsortigen Verwertung der Subira. Er lernte den reinsortigen Subirer (Bezeichnung für den reinsortigen Edelbrand) im Haus von Franz Rohner in Wolfurt 1943 kennen, und erst 1950 wurden ausreichende Mengen bei ihm angeliefert, sodass er erstmals diesen Birnenbrand reinsortig brennen konnte (Armin Schertler in Wolfurt Information Jg. 22, 1991, Nr. 140, S. 51 – 52). Armin Schertler erkannte ebenfalls das Potential dieses reinsortigen Edelbrandes und leistete über viele Jahre die Überzeugungsarbeit bei seinen Kunden, dass heute für dieses Destillat Spitzenpreise erzielt werden können. Er bezahlte auch schon früh das ca. 5 – 10fache gegenüber anderen Birnen an seine Obstlieferanten. Wegen der höheren Preise wurden daher die Subira nicht mehr selber mitgebrannt, sondern abgeliefert.

Beschreibung

Herkunft: unbekannt

Vorkommen: Ursprünglich im unteren Vorarlberger Rheintal

Fruchtbeschreibung: klein bis mittelgroß, kreisel- bis glockenförmig, regelmäßig geformt, raue Oberfläche, zahlreiche auffallende Schalenpunkte, im reifen Zustand wird die Frucht gelb, auf der Sonnenseite bekommen die Früchte eine typische orange, verwaschene Färbung.

Fruchtfleisch: grobzellig, hocharomatisch, trocken und stark gerbstoffhaltig (würgt).
Kelch ist groß, Kelchblätter sternförmig ausgebreitet. An der Basis teilweise gelb gefärbt.
Flache Kelchgrube. Stil mittellang.
Reift ab Ende August. Haltbarkeit ist kurz.

Baumeigenschaften: Wuchs ist schwach bis mittelstark, blüht spät, die Hochstämme erreichen eine mittlere Größe und bilden pyramidale Kronen. Das Laub ist typisch hellgrün-grau gefärbt und filzig. Stark feuerbrandanfällig.

Verwendung: Brennen, früher zum Dörren.