Geschmack seit über 300 Jahren.
Riebel
Traditionell vermahlen aus alten Vorarlberger Riebelmais Landsorten,
bestens geeignet für alle klassischen Riebelgerichte.
Bramata
Grober Grieß aus alten Vorarlberger Riebelmaissorten,
perfekt für weißen Polenta.
Geschichte und Erhaltung
Das erste Auftreten von Mais im Rheintal fällt in die Mitte des 17. Jahrhunderts. Bereits um etwa 1800 hatte der Mais das wichtigste traditionelle Getreide Vorarlbergs, den Dinkel, überflügelt. Da der Mais auf kleinen Flächen relativ hohe Erträge lieferte, wurde er zur Selbstversorgung von vielen Familien angebaut. Seine letzte Blüte erlebte der Riebelmais in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg.
Der Vorarlberger Riebelmais ist typischerweise ein weißer Hartmais. Andere Kornfarben bilden die Ausnahme. In der Geschichte hatte der Weißmais eine besondere Bedeutung, weil sein Mehl dem Weizenmehl beigemischt werden konnte, ohne dass dies auf den ersten Blick zu erkennen war.
Durch eine intensive Sammlung in den Jahren 2005 – 2009 konnten Samen vom traditionellen Riebelmais von etwa 40 Kleinerzeugern in Vorarlberg dokumentiert und in weiterer Folge gesichert werden. Seither ist ein Netzwerk zur Erhaltung dieser alten Herkünfte im entstehen.
Anbau und Verwendung
Mit der Wiederbelebung des großflächigen Anbaus und einer gezielten Vermarktung erobert sich der Vorarlberger Riebelmais seinen Platz im Lebensmittelregal wieder zurück. Die Saatgutvermehrung erfolgt nach wie vor händisch. Die Durchschnittserträge dieser alten Sorten liegen etwa bei 3.500 kg pro Hektar und damit bei einem Drittel der Standarderträge moderner Sorten. Im Erntejahr 2009 waren es immerhin schon vier Vorarlberger Landwirte, die Riebelmais großflächig für den Verkauf kultivierten.
Die Internationale Slow Food Stiftung hat den Riebelmais als eines von 11 österreichischen Produkten in die Arche des Geschmacks aufgenommen. Diese müssen außergewöhnlich im Geschmack und regional verankert sein, aus nachhaltiger Produktion stammen, gentechnikfrei sein und selten vorkommen. Verwendung findet der Riebelmais auch heute noch hauptsächlich für den traditionellen Riebel oder Stopfer. Auch der Hafaloab wurde mit Riebelmais hergestellt. Mit der Veranstaltung „Vorarlberg isst“ hat auch die Haubenküche den traditionellen Riebelmais wiederentdeckt und neue kreative Rezepte dazu entwickelt.
Weitere Informationen zum Riebelmais finden Sie auch auf der Homepage von
NLE – Büro für Naturbewirtschaftung und ländliche Entwicklung.






